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Restpostengeschichten
aussortiert von Christoph Vivenz

Nr. 0076: Putziger Schmutz ohne Schutz

Die Putzfrau kehrt tagein, -aus. Ihr Unternehmen in dem Unternehmen ist höchst schadenfeinig-nein-fadenscheinig ein bedächtiges.
Die Zeit vor dem für üblichere Tätige beginnenden Werktag steht sie in der Toilette und wischt, da soll sie nicht weg, da ist sie noch Hauptperson, die bloß von sich und dem frühen Morgen und dem beschaubaren Duft Eingenommene. Na gleich kommen die Werktagshaften, die ihre Aufstehdrogen ausschütten müssen, ohne Vorwarnung vorbei und geraten ihr auf dem Weg zum morgendlichen und fortan täglichen Geschäft über den Weg. Denen steht sie in jenem Weg, das zeihen sie sie durch die tappsigen schmierigen Spuren auf dem Waschraum- und Toilettenboden, die sie setzen und blindlings hinterlassen in aller eingelernten Eile. Wenn sie sich jetzt nur still hält.
Endlich flüchtet sich die Putzfrau mit ihrem Junk, ihrer Food in die Hinterkammer neben all den scharf aromatisierten Putztränken und hockt sich auf einer Stehleiter niedrig, eh sie wieder aufstehen muss und die Böden und die ungespülten Klosette entmarkieren.
Nun was will sie, wird sie doch noch bezahlt für ihre Liebesdienste. Zischt ein Mann an ihr vorbei, muss sie ja wenigstens nicht aus dem Weg gehen, der hat schon seine Gedanken.
So unwichtig ist so eine Putzfrau noch nicht, die findet immer ihren Locus. Na, Schluss – es gibt sie in allen Altern und Größen.
Was haben wir vergessen zu sagen?
Immer müssen alle Reste, alle spermatösen Doppeldeutbar-Grausigkeiten weg.
Mann oh Mann.
Die Putzfrau, Putze, putzte, putzt, bis sie wer wegputzt.
Und dann sucht sie ein Klo auf und lässt Schmutz ab, den durch sich selbst weggeputzten, der von Wasser weggespült wird, und wäscht sich die Hände in dem im Transparentlook nachzuspülenden Nass.




Dies ist eine nicht-kommerzielle Publikation satirischen Charakters
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