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Restpostengeschichten
aussortiert von Christoph Vivenz

Nr. 0073: Frische Füllung

Da wurde doch diese Kitschfigur zerschlagen, fühlte ich mich gedrängt und gegen sie gelaufen, dass sie abstürzte aus der balancegefährdenden hohen Position, um zu zerschellen, wie das Märchenwesen, Elfen – selbst, den fliegenden durchaus widerfährt gegen die Unbill und die Zufälligkeit der Welt. In zwei Teile: Leib mittenzwei und die Flügel lagen selbst auf dem kalten steinernen Boden verstreut. Ich sammelte die ein, die Teile, ich zahlte sie ganz regulär, die Teure, Zerbrechliche, kitschige Figur. Den Beinteil mit dem Sockel beerdigte ich im Strauche vor dem Supermarkt … eine Hand war dran geblieben, die heile Murmel: ihre gläserne Kugel zog ich raus und habe sie nun in meiner Börse. Den Torso stellte ich auf einen erhöhten Tisch wie in einen Herrgottswinkel. Da war er dann gut aufgehoben. Dahinter aber prangt nun ein Schild, das den Rest einer Kuchenverpackung bildet. Darauf hatte der liebe Schenker in seiner ehrlichen Art: „Auf dass wir alle sterben den Tod überfetteter Herzen“ als frommen Wunsch geschrieben. Die Kuchen waren süß, cremig, fruchtig und voller Sünde gewesen.




Dies ist eine nicht-kommerzielle Publikation satirischen Charakters
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