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Miststücke
hervorgestierlt von Mathis Zojer

nazi-vergleiche

::: hätte hitler heute einen facebook-account? würde goebbels twittern? dem einen oder anderen uwe hätt's sicherlich gefallen.

::: aber ohne zensur hätt's das internet unter'm hitler ned 'geben. da wären die leute mit ariernachweis in einem völkischen gesichtsbuch unter sich geblieben. und um den datenschutz hätte sich die gestapo gekümmert.

::: die unzensierte frage, der wir uns, die wir auch ihnen, wertes publikum, heute stellen wollen, lautet: sind nazi-vergleiche per se, also ausnahmslos immer, von übel?

::: natürlich kann diese frage, deren erörterung schon viele bücher und noch mehr feuilletonseiten füllt, hier nicht erschöpfend diskutiert werden, dennoch würde ich bei aller gebotenen vorsicht dazu tendieren, sie aus mindestens zwei gründen zu verneinen: erstens ist ein vergleich keine gleichsetzung, d.h. selbstverständlich kann man äpfel mit birnen vergleichen und etwa zum ergebnis kommen, dass es sich trotz aller unzweifelhaften unterschiede, also sogar wenn in einer der früchte der wurm drinnen ist, in beiden fällen um kernobst handelt. ebenso kann m.e. die singularität eines bestimmten historischen ereignisses behauptet werden, ohne dass es dadurch unmöglich würde, in einzelnen aspekten zu anderen historischen ereignissen parallelen zu ziehen. und zweitens nehmen bekanntlich auch arschloch-vergleiche dem buchstäblichen anus nichts vom gestank weg, der ihm entfährt, nichts von der scheiße, die unaufhörlich aus ihm hervorquillt.

::: nun stellt sich wiederum die frage, ob man nazi-vergleiche und arschloch-vergleiche überhaupt vergleichen kann. unter berücksichtigung des polemischen kontextes, in dem erstere immer wieder (und nicht selten von arschlöchern) angestellt werden, wohl schon. seien sie sparsam mit kraftausdrücken, die sie vielleicht noch brauchen werden, meine herrschaften, und gedenken sie des jungens, der wolf schrie.

::: "ich bleibe dabei: die moderne geflügelzucht ist eine große soziale tat." (paul-heinz wesjohann)




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