::: literaturpreise mit faketexten zu gewinnen, erfüllt nicht nur eine aufklärerische funktion, sondern macht auch spaß. nach der reise in achtzig flachen hunden in die ganz tiefe grube (schmatz/czernin), nach dem überschreiten von grenzen auf dem weg zu einer transformativen hermeneutik der quantengravitation (alan sokal), wäre es wieder einmal zeit für ein ausgefuchstes dr.-fox-experiment, diesmal im bereich erzählerischer prosa. na los! putze die giftpilze in deinem erinnerungswald, auf dass niemand sie jemals verkenne, blablabla, und die mauersegler fragen nicht: wie viele sommer haben wir noch? verklären wir eine kindheit, die wir nie hatten, arbeiten wir in qualvollen familienaufstellungen die vergangenen ereignislosigkeiten auf, streuen wir bunte weltgehaltsmischungen aus zerriebenem zeitungspapier darüber, üben wir uns in der habgierigen hermetik des inhaltsarmen, in der formalen verschlüsselung liebeshungriger leere und nehmen wir uns zum spaß einmal sehr, sehr ernst. ja, lassen wir fotos von uns schießen, während wir eine solche aura der bitteren ernsthaftigkeit aus unseren schweißporen pressen, dass es unübersehbar ist, wie schwer wir an unseren worten zu tragen haben. erst nachher brechen wir ins wohlverdiente gelächter des irrsinns aus. und dann, wenn die parodie perfekt ist, gewinnen wir einen großen, einen renommierten, einen wohldotierten preis und wir werden plötzlich nachdenklich, denn wenn wirklich kein verdammter unterschied feststellbar ist, gibt es ja wohl auch keinen. preisgekrönt in einer welt, die jeder beschreibung spottet, fragen wir uns: sind die anderen vielleicht auch alle parodisten?
