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Quappsalbereien
Kolumne von Christoph Vivenz

Folge 83: Das hohle brüchige Haus

Kannst du noch mehr, kannst du noch näher?
Eine Katze sitzt unter mir unter dem Sofa und rührt sich nicht seit Stunden. Es ist heiß. Ich stellte ihr Futter, Wasser hin und warte.
So, wonach sieht das aus?

Ein Dildovogel muss sich auch noch an sich gewöhnen.
Und mehr geht nicht? Oh ja, ein Haus ist eine Puppe. Ich wünschte in ihr zu leben. Das hohle Haus ist eine Puppe. Und in ihm bist du eingeschüchterte Angst. Darf vom Dach geworfen euch alle auf dem Kopf treffen, nicht euch, nicht euren Kopf. Meiner liegt auf dem Rinnsal auf dem Bürgersteig. Die Menschenbrust sich hebend, senkend, aufhörend, wer hat mich wieder belebt. Ich bin so am Leben. So am Leben viel zu sehr. Stabil seitengelagert, dass ich ohne Blut auskomme, dass ich ohne Dreck in mich überlebe, wenn er schon in mich gedroschen wird. Und die verschüchterte Katze fiel eben das Haus hinunter und klatschte auf mich und lebte ohne zerschlagene Glieder, mir tat es nicht verspäterweise weh. Leben im Toten, das geht sich nicht mehr aus. Arme werden schließen sich in den Erdenleib. Treibe ich aus, finde meine Stirn in neuer Wölbung, sich. Weiß Gott. In was doch. Hölle Wahn. Nun Krankenhaus. Was darf ich noch sehen, wer werde ich weiter sein, weniger, mehr. Niemand war so intim mit mir wie ein rot sehendschlagender Täter, potentieller Täter, er entschuldigt und würde sich nicht trauen zu bedauern, entschuldigen. Niemand so intim wie der Mann, der mich von hinten niederstieß und getötet hätte, wäre es ihm gelungen. Oh nein, er hat mich nicht einmal gefickt, er wollte seinen Frust abstellen auf einem andern, davor und nachher penetrierte er seine Frau, die zusah, die unauffindbar wurde, als es ans Bezeugen ging.
Irgendwann geht wer mit mir wieder schwanger und abortiert mich in die Erde. Unter die Haut. Das was ich fassen kann, das wie Plastik scheinbar länger hält, doch unverwüstlich runzelt und verschmutzt wird, untergeht.
Irgendwann halten sie mich für sexistisch: Ich verabscheue das maskulinistische Geschlecht, es gehört auf Seite 7 der K.Z. Sie wissen, was damit gemeint ist. Ich muss nicht mehr abspritzen, wenn ich alle Männer nicht verabscheue, die können grundsätzlich nichts dafür.
Soll ich euch den Namen meiner Täter nennen? Manche davon leben noch …
S.g, DamenSpermenEierHerren, Sie sind alle deliziös daneben.
Strumpfhose, alte Drecksau, du kriechst mir auch immer in den Schritt, blöde Kuh, ich reiße dich ein bisschen und kurz einmal in Stücke, pass nur auf. Ein Elternteil sollte sich seinen Teil sein Kind seine Kinder seine Körpergegenbilder lieben ficken niederdrücken versus ach was sage ich da euch?
Wenn Puppen weinen, schlag sie doch nicht tot, vergrab sie in ihrem Samt, in den Sand, der deinen Händen gerade nahe kommt. Decke Zeitung drüber, sülze die zünftigen kleinen Leichname ein, dann halten sie noch länger. Hier steck doch deine Nacktheit rein, hier will das Und meine Liebe habe ich da drinnen, ganz klein in einer jeden Zelle, ganz in diesem Porenschritt, in einem andern Schnitt. Ballast anderer in mich hinein versenkt, geschissen, gedrängt, verfügt und anschließend ich nicht ganz entleibt aber wer anderer, und anschließend ich in ein Glas gedrückt, das einen Sprung hat, und anschließend ich in der Hitze zu Masse verformt, und anschließend ich in den Sommer gedrängt, aus dem ich geboren bin, und anschließend tuscheln die Leute und ich schneide ihnen das Wort ab mit kurzen Schreien meiner symbolisch gekürzten Zunge. Ich werde nicht ganz ein schamloses Weib. Das Weinen habe ich jahrzehntelang verdammt. Ich müsste mein Dasein neuer beginnen. Wer möchte mich noch, sich lösen.
Mauseloch zusammenschmelzen, der Widerspruch überformt mit deinen verwachsenen Körpersäften, dann ist jedes Loch planiert.
Was denkt es bloß, zu vergammelndes Gesocks, wie ich eines war.
Zerknüllen Sie ein Papier.
So einer kann mich mit ein paar Schlägen meiner Unfreiheit berauben. Wie verteilen wir nachher die Rückschläge?
Wir sind nur Raubbau für einander.
Ich werde eine Puppe zerlegen oder mich. Zerwühl uns, ich. Zerfäll mich stattdessen, damit ich mein Traum bin doch nicht mehr ich.
Bin ja nicht immer bei mir, ich falle auf den Gejhsteig, wo ihr mich finden und aufrichten oder mich liegen lassen oder einebnen könnt.
Nun, wer wie lang möchte … v Faschiertes brennlebendiges noch nicht totes Fleisch … in die Röhre raus, nicht ganz gemessen, nicht alles da.
Jeder muss seine tödliche Dosis verlocken, vorfinden und durchleben. Aber lange wird nicht gefackelt. Da gibt es nicht mal Spasmen, ein paar wird es gegen unerkannte Angreifer immer geben, sie treffen einen selbst ja mehr, was werde ich den lehren, der mich nicht will, der mich nicht kennt, mich beiseite räumt und kurz doch über meine Teile stolpert. Mein Fleisch ist mürb, mein Knochen spitz. Ich gehe nicht so schnell zu Ende wie mein Sommer, ich werde noch stinken, aber bitte lasst mich fallen, wie ich will.
Eine wahre Wesenspuppe macht mich teilbar, da lässt sich ein-hinein greifen, ich gleiche nicht mir selbst von Teil zu Teil. So lass mich doch nicht Erde sein, ich wäre länger Sondermüll und ruchbar. Der Täter machte sich indes davon und störte nicht und niemand.
Eine rötliche Lacke, in der sich deutlich eine uneingeordnetbare Gestalt suhlte, wäre eine Liebe wert für jeden, der aus dem Plastik fahren wollte, denn die Liebe zählt sich selbst nicht und kommt nie spät und oft nicht zu früh. Bedenkt, dass ich auf Asphalt gebettet wurde. Schlaft solidarisch neben mir und all den anderen, die sich nicht erheben durften.
Mir macht auch niemand eine Narbe weg, weil mir wer eine geschlagen hat. Fällt mir grad nur ein.



Dies ist eine nicht-kommerzielle Publikation satirischen Charakters
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