Die grüne Mondsichel, aka himmlische Erbsenschote (Pisum caeleste): schwebt mir vor. Auf sie zurückzukommen ist zumindest schwierig, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Deckungsgleichheit von vegetativen Astralkörpern in Einbildung und intersubjektiv gültiger Wirklichkeit aus dem Rahmen des Unmöglichen fällt. Solcherlei Querelen sind kein Gemüsebeet.
Aber die Hölle ist ein Kindergarten.
Und auch Ihr Alltag, meine Damen und Herren, ist darstellende Kunst.
"Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen."
(Mt 5, 14-16)
Willkommen in unserem Schauspiel-Proseminar "Praktische Philosophie der Infantilität IV: Satanismus für AtheistInnen". Die Rolle des "Vaters im Himmel" kennen Sie ja bereits aus den vorangegangen Lehrveranstaltungen, nicht zuletzt aus dem eigenen familiären Kasperltheater, und indem sie über diese Bretter gingen, die die kleine heile Welt bedeuten, wurde metaphysische Bühnenreife in Ihre verinnerlichten Verwandtschaftsstrukturen gezimmert. Lassen Sie sich von Crowley nicht ins Bockshorn jagen. Der Herr der Fliegen war einmal ein gemachter kleiner Madenmann. Beachten Sie nur diese ganze ritualisierte Infantilität auch des Bösen (onto- & phylogenetisch). In seinem ohnmächtigen Hass bleibt dem Kind letztlich nur das eigene Leid als Instrument, Mama und Papa wehzutun. Mit diesem emotionalen Sadomasochismus wachsen unsere Hänschen serienmäßig auf. Wie viele Hänse noch sich allein deswegen quälen, um diejenigen zu bekümmern, von denen sie geliebt werden, müsste in einer Dissertation, die ich gerne betreuen würde, erst untersucht werden. Solch dramaturgischer Elemente bedient sich jedes billige Fernsehdrama: Wie wertvoll für jemand anderen ein Menschenkind wirklich war, merkt es nämlich erst, wenn es sich gründlich kaputt gemacht hat. Wir sind doch keine Mingvasen! Mal ehrlich: Wollen Sie im Grunde nicht auch nur geliebt werden? Bedingungslos? Na dann bereinigen Sie Ihr Verhalten und alles Übrige, was Sie gefälligst an den Tag zu legen haben, erst mal von aller Liebenswürdigkeit, und dann schauen Sie, was vom Gesülze, mit dem Sie gemeinhin bedacht werden, noch übrig bleibt. Nur das ist wahre Zuneigung.
Als Hausübung in unbedingt angewandter Nächstenliebe bitte ich Sie, bis zum nächsten Mal auf Ihrem Balkon ein Schädlingshotel zu errichten. (Ich habe schon eines.)
