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Horror zum Niederlegen
von Christoph Vivenz

S.g. Herr Meister Neujahrsglücksymbol!

Je weniger sie selbst sich um eine Stellungnahme kümmern, desto unverständlicher wird die Kommunikation mit Ihnen, mit der Sie mir ohnehin willkürliche Schmerzen zufügen. Ja, willkürlich.
Ich erlaube mir, Sie mit dem Eindruck zu konfrontieren, dass Sie (psychologisch gesehen) einen Machtkonflikt mit mir führen. Und das hat nicht allein damit zu tun, dass Sie mir den Magister in Ihren allzu spärlichen und Antworten und derer Ihrer subordinanten MitarbeiterInnen aberkennen, während es leichter ist, gewaltsame Amtsmaßnahmen gegenüber einer mir ohnehin Kosten bereitenden Hausverwaltung anzudrohen oder per Feuerpolizei ausrichten zu lassen – was ist denn das für ein Stil? Während ich sie Herr Rauchfangkehrermeister nenne, während Sie immer nur Ihre Mitarbeiter schicken, während ich nie eine auf die Anfrage eingehende Antwort erhalte, während Sie das Gesetz auf Ihrer Seite meinen zu behaupten, das ich längst gelesen habe? Was haben Sie persönlich gegen mich, Sie kennen mich nicht? Haben Sie etwas gegen Hausmiteigentümer und Mieter, die neben dem Dachboden wohnen, mit hundert Stufen unter sich, mit keinem Lift, mit nassen Keller, mit wenig Einkommen, mit Geisteswissenschaft, mit keinen riesengroßen Körperkräften, mit prinzipiellem intellektuellen Denken, das Sie ignorieren, indem Sie jedes Wort der Bedeutung nach ignorieren?
Ich stellte Ihnen - nicht nur einmal – die Frage, welche genaue Gegenstände Sie auf dem Dachboden beanstanden (nicht, welche Sie persönlich stören), die nicht den Lagermöglichkeiten per Wiener Landesgesetz entsprechen, und da schrieb ich Ihnen noch zu freundlich, an meinem Geburtstag, während ich unter den Folgen einer offiziell diagnostizierten Posttraumatischen Belastungsstörung nach einem körperlichen Anschlag mit Tötungsabsicht litt: Ich leide spätestens seitdem Qualen. Wenn mir nicht persönlich bekannte Männer unmittelbar in der Nähe sich betätigen, beunruhigt mich das ungemein, und wenn Sie das nicht verstehen, dann unterlasse ich die Bemerkung, die ich äußern könnte. Sie meinen das Recht und das Gesetz auf Ihrer Seite zu haben und mögen sich über dieses Schreiben belustigen. Ich hoffe nicht, denn wenn dies zutrifft, unterstelle ich Ihnen nichts, was Sie als klagebedürftig auffassen könnten, sondern erliege selbst dem existentiellen Eindruck, dass hier ein Machtspiel ausgetragen wird, das nicht meine Idee war, und ich verstehe nicht, weshalb wir das notwendig haben. So Sie erfolgreich sind, obliegt es Ihnen, sich über arme HausmitbesitzerInnen wie mich lustig zu machen – nur tun sie dies bitte im Privaten, denn es ging schließlich um die eine rechtsspezifische Rechtsfrage an Sie, die offensichtlich Ihre Sekretärin an Ihrer statt, der angesprochen war, eben nicht beantwortete: Ich bekam einen Gesetzestext, denen ich gerne zur Erinnerung per Attachment zurücksende, den ich lange vorher kannte, ehe ich ihn im für mich psychisch-körperlich katastrophalen Monat August 2011 zugesandt bekam – ich hatte schwere Verletzungen und hätte tot sein können – dafür können Sie nichts, auch nicht, dass ich seitdem weniger arbeiten kann, weniger Möglichkeiten habe angeblich rechtswidrig gelagerte Gegenstände wegzutragen - mein logisches Denken und Ihren Hegemonialanspruch auf leere Dachböden, der Ihnen per Gesetz nicht vollkommen zusteht, hat dies so wenig zerstört wie Ihnen offenbar bestätigt. Bitte lesen Sie den Gesetzestext selbst noch einmal – es tut mir leid, Sie ungewollt aber unausgesprochen zu diskreditieren: Ich stellte das, denke ich, klare Ersuchen, mir zu nennen, was GENAU – Sie sollten doch den Dachboden […] persönlich kennen, statt Ihre Untergebenen respektive Mitarbeiter zu senden und sich auf Ihre Eindrücke zu verlassen, das muss doch von einem biederen Rauchfangkehrer zu erwarten sein (ich sah mir heute Ihre sehr ansprechende Webseite an, die sich in den letzten Jahren verschönert hat, da stand was von partnerschaftlich-nützlichem Betrieb, ja sogar aufgrund einer mittelalterlichen Mythologie mit ihr entsprechender und nicht mehr baulich gegebenen verknüpften Glücksbringerei, die ich noch nie empfand – ich trage selber schwarz, aber mir sagt niemand Glücksbringerei voraus, ach – das heißt, Sie begründen Ihre Stellung unter anderem einer durch Jahrhunderte hin veralteten Tradition, Sie führen doch einen modernen, wie ich für Sie hoffe, gut gehenden Betrieb in meiner Nachbarschaft, der weitaus besser verdient als ich kleiner Magister und Mitbesitzer und vor Allem mittels unmittelbare Nähe direkt betroffenen Bewohners eines Hauses, das Sie zufällig und ohne Mitentscheidungsrecht unsererseits mitbetreuen, das Sie durch gesetzeskonforme Entgelte und Maßnahmen nicht schlecht finanziell mitversorgt – so muss ein armseliger Schreiber zweifeln, der aus eigener Überzeugung statt Uniformierung nie annähernd gleich verdient und zu zweifeln hat, ob er Ihnen überhaupt etwas gesellschaftlich Wertvolles scheint etc. Ich werfe Ihnen hier keinerlei Übertreibung oder Ausnutzung oder Mobbing oder Übervorteilung vor, allerdings nicht ohne Impressionen davon zu haben; ich hätte gern gar keinen Konflikt mit Ihnen und mir noch unbekannteren Mitgliedern der Feuerpolizei, welche möglicherweise, ich wiederhole: möglicherweise auf Ihre mir nie detailgerecht identifizierten „Übelstände“ (ein so ein ungermanistisches Amtswort) eingeschworen wurde, aber ich selbst erhielt NIE wirklich Kenntnis davon. Ich werfe Ihnen gar nichts vor, außer dass Sie niemals verständlich auf meine Kommunikationsversuche reagierten. Dies ist doch der Beginn jeden ‚Übelstands’.
Ich werfe Ihnen nicht vor, dass Sie zu gut für uns wären. Ich werfe Ihnen nicht vor, dass Sie Ihre Stellung im Sinne von Status oder sonstigem ausnützen. Ich werfe Ihnen nicht vor, dass Sie unkundig seien – im Gegenteil, ich erbat Ihre DETAILIERTE Information – ich bekam die nie. Was haben Sie davon? Ich stelle Sie nicht in Frage, Sie aber leichtfertig mich. Ist es Ihnen zu leicht mehr zu verlangen, was gesetzeskonform ist? Beweisen Sie mir, dass es sich hier nicht um eine kleine Machtfrage handelt, die mir schadet aber Ihnen nicht viel bringt! Zeigen Sie mir persönlich und argumentativ, was an den scheinbar so skandalösen Dachlagerungen so gesetzlich ungestattet ist und warum – wie gesagt, ich berufe mich auf einen Gesetzestext, auf den Sie sich genauso berufen oder berufen lassen.
Sie stimmen doch gewiss mit uns überein, dass es sich hier nicht um Rechthaben handelt, sondern um tatsächliche (den vor Ort tatsächlichen Gegebenheiten entsprechenden) ZUMUTBARKEITEN. Bitte, das kommt Ihrem eigenen Prestige zu Gute. Es sind Sie, die mich brüskieren, nicht ich oder wir Sie.

Bitte, hören Sie endlich auf mich zu terrorisieren.

Mit dem Ersuchen einer nachdenklichen Kenntnisnahme, die Ihrer Seriosität eindeutig gerecht werde und noch immer freundlichen Grüßen
Ein auf dem Dach gelagerter Leichnam




Dies ist eine nicht-kommerzielle Publikation satirischen Charakters
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