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Horror zum Niederlegen
von Christoph Vivenz

Harmloser Weg durch die Städte und Verkehrsmittel

Wie dumm und wär’s nur fade – dieses Gesindel, das mich, wenn unrasiert, schlecht frisiert und in abgerissener Kleidung beinah als seinesgleichen akzeptiert – muss mir das gefallen?
Weswegen würde ein Buch über Posttraumatische Belastungsstörungen eines über Posttraumatische Belästigungen werden müssen, es den Pöbel im vergleichweise sicheren Wien eher beeindrucken – halt, weil es dick und schwer ist und ihnen auf dem Kopf weh täte, aber nur würde ihn das ausschalten, würden sich ihm die Inhalte auf diese Weise einhämmern lassen, würde irgendwer daraus lernen?
Bliebe ich von weiterer Belästigung verschont?
Also fahre ich mit dem Nachtbus heim, mache mich so klein wie möglich. Es ist eine Premiere, und gleich kann ich zu Hause sein. Habe schon zu viel Geld ausgegeben. Im Taxi alleine, das wahrscheinlich von einem Mann gelenkt wird, ist keine Sicherheit für subjektive Gewissheitsbetriebe, darin sitzt der Heimkömmling auf Glühkohlen. Und daheim ist nichts gewonnen, außer noch einmal entronnen zu sein. Ich werde lang nicht einschlafen, und nachher will ich aus dem Bett, bis es dunkel wird, nicht raus.
Nichts ist gut wie Angst und Wut, genug, um sich und vielleicht anderen Tag und Nacht zur Last zu machen, sich und andere niederzuringen … Wie, in Gedanken, Worte, Werken durch eine Schuld, durch meine Schuld, durch wessen große Schuld?
Wenn Schweigen hilft auf dem Weg, dem Spießrutenpfad!, so schreien im Keller, den ich nicht abwärts bekomme: Der hohe Schwerpunkt beeinsprucht die Geschmeidigkeit, welche die Balance immer in sich führte; natürlich bietet die Fallhöhe Beschleunigung. Das Schwindelgefühl letzter Tage hat sich verflüchtigt, vorläufig. Der eigene Leib herrscht im Krieg nicht gegen sich selbst. Mein Herzrasen ist noch kein verlässlicher Besucher - ob ich mich wohl selbst bewohnen darf?
Gestatten Sie, der Herr, die Dame, gestatten Sie mir meine Existenz wie einen Platz, Sitzplatz, auf dem, selbst wenn ihn mir niemand, und wir können nicht von älteren Menschen sprechen, streitig macht, ich ja in eingeschränkter Form behalten muss, bis ich ihn und die Umgebung aufgeben dürfend, davoneilen kann, Land gewinnen, wie es heißt – keine Bodenhaftung -, ich will keins halten, haben, erobern, aggressiv verteidigen müssen, da wo kein Refugium ist, jeder Recht hat und ich in mich verkrallt und kleinst in sich verschmälert kauernd habe den Ausdruck der herrschenden Ohnmacht: Gewalt vor Augen und Ohren.




Dies ist eine nicht-kommerzielle Publikation satirischen Charakters
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