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Das erotische Betthupferl
von Mathis Zojer

Der Penis des Antikarnophallogozentristen

Er war ja mehr der orale Typ. Liebte es, zu küssen, saugen, lecken … und vielleicht auch labern? Liebte es, am leiblichen Gestade weich auf seines Maules aufplatzende Wulst zu fallen, zu öffnen die lüsterne Lippenauster, von salzigen Wonneschauern überspült, von warmer Fleischesflut verschlungen, um mit der Perle auf der Zunge aus seiner klaffenden Tiefe jubilierend emporströmende Kehlgesänge anzustimmen. O gutturale Poetik der Lust. O Lutschbonbon der Ekstase. Spuck's aus! Was war er? War er ein Er? Ein Ich? Ein Es? "Vereinigen wir uns darauf, Gnädigste", sprach ESich. "Mein Schwanz steht nicht im Zentrum, aber er …" Verstehe. Erigiert durch bloße Gedankenkraft. Und durch Gedankenkraft erschlafft. Das Lingam verneigt sich, knickt aber nicht ein vor der Yoni. "Die Turmfalken flattern um die Spitzen der Minarette; die Ibisse schreien von den heiligen Teichen." (Max Zweig) Unzeitgemäße Distinguiertheit ist das Geheimnis seines Bruterfolgs. Den Ständer gibt's im misogynen Möbelhaus. Die Morgenlatte ist kein phallophober Milchkaffee. ESich ist das letzte seines Geschlechts, TotengräberIn des männlichen und des menschlichen Chauvinismus. Was wären TotengräberInnen ohne die Toten? Was wäre Katharsis ohne den Schmutz? In der muffigen Reizwäsche der Rollenklischees erscheinen wir zum Leichenschmaus, dann treiben wir es auf der Waschmaschine. Muss denn Liebe Sünde sein? Auf der Bühne des Varietés erscheint eine effeminierte Gestalt und spricht von Trommelwirbel untermalt ins Mikrophon: "Ladies and Gentlemen, I'm proud to present … my penis!" Der Vorhang fällt, ein Feigenblatt, zu Boden. Das Publikum tobt, es gibt stehende Ovulationen. Ein Flagellantenzug strömt in den Saal. Sex is violent. Schlag mich, bis mein Obers fest wird. Dann verrühre es in deinen süßen Seim. Über aufjaulende Lautsprecher ertönt eine Durchsage: "Élisabeth Roudinesco: ‚Ein von seiner tyrannischen Autorität losgelöster Vater, ein dekonstruierter, gedemütigter und der Notwendigkeit der Minderung seiner alten, unmöglich gewordenen Souveränität bewusster Vater ist besser als eine absolute - und zwangsläufig souveräne -, den Müttern zugesprochene Macht: eine umso ‚phallischere' Macht, als sie wie eine Revanche und vor allem wie das Trugbild einer Errungenschaft der Weiblichkeit oder des unbegrenzten Genießens zur Ausübung kommen wird, und der die Frauen am Ende in erster Linie selbst zum Opfer zu fallen drohen werden. […] Ich hätte gern, dass die Frauen, die dabei sind, allmächtig zu werden in den demokratischen Gesellschaften, diesen Vätern, die die narzisstische Kränkung, ihre alten Privilegien teilen zu müssen, verwunden haben, einen neuen Platz zuweisen. Wenn nicht, was wird aus ihnen und was wird aus den Männern werden?' Jacques Derrida: ‚Und wenn man den Dialog über dieser Frage, Ihrer Frage aussetzen würde? Das wäre im Grunde recht komisch, und das würde zweifellos mehr zu denken geben als eine Antwort von meiner Seite.'"




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