Erwartungshaltung: sitzend, Oberkörper leicht vornübergebeugt, den rechten angewinkelten Arm mit nach außen gedrehtem Ellbogen auf den rechten Oberschenkel nahe dem Knie gestützt, linker Unterarm flach auf dem linken Oberschenkel ruhend, linke Hand rechts vom linken Knie herabhängend, Kopf erhoben, Gesicht geradeaus gerichtet, insgesamt größte Aufmerksamkeit signalisierend, in tadellos verkörperter Bereitschaft, ohne Zögern aufzuspringen, zuzupacken, zur Tat zu schreiten.
Provisorien, offene Rechnungen, Aufgeschobenes türmt sich am Ende der langen Bank. Das Holz, auf das wir klopfen, ist wurmstichig und morsch. In der Morgenluft liegt Fäulnisgeruch der Kredite. Gestank der verwitterten Chancen. "Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst." Über die ersten drei Bloch-Sätze der Einleitung in die Philosophie kam ich mit meinem Nachdenken fast nie hinaus. Verweile doch, Zungenschlag, im Tübinger Mantra - es ist so schön! -, in seiner Fragmenschenwürdigkeit. Derart hinken wir dem Fersengeld der Dialektik immer einen Schritt hinterher. Daher verschreiben wir dem Akuten, noch einmal von vorne zu beginnen. Alle Zeit der Welt. Friede den Hüten, unter denen die Köpfe rauchen. Den Ereignissen, gegenständliche Haltlosigkeiten des Geredes, verschreiben wir, aus ihrer, unserer vakuumverpackten Eigensinnlosigkeit abzureisen, um auf Kur zu fahren in eine zu beweisende Machbarkeit des Ungeschehens, auf Kur, schreiben wir, nicht: zur Hölle, auch wenn unseren machthaberischen Machthaberern, die sich selbst nicht aushalten, solch ein Innehalten gewiss als eine solche erschiene. Ein Moratorium fürs Laboratorium der seriell vorgefertigten Nachrichten. Sollen die auf Autobahnraststätten ausgesetzten Kinder des Weltgeists sich doch mit Buntstiften auf leeren Zeitungblättern ausmalen, was morgen alles geschehen könnte. Schluss für heute war für mich gestern schon.
Auf diese Saatkrähe da auf dem Grabstein setze ich meine ganze Hoffnung, und wenn sie davonfliegt, wiege ich mich in ihr.
