Ich plündere mich, ich bin schwer von Gewicht. Stundenlang halte ich den Stuhl zurück, um das zu erreichen, halte ich den festeren von den beiden zentimeterweit von mir entfernt hinter mir. Ich stehe neben mir da wie für eine surreales launiges Fotoportrait und warte auf die Durft, … die Not habe ich schon. Der gesamte Boden ist verdreckt. Gleich entlasse ich auch weitere Reste meines Inneren in die Unabhängigkeit. Sollte ich mir wen einladen, auf dem noch unvertrockneten Gatsch auszurutschen? Ich meine, das wäre nicht zu viel verlangt.
Mein Glaube in die Justiz ist auch verarmt, meine beste Freundin ist analsadistische Juristin, als welche sie bei der Caritas-Flüchtlingsberatung arbeitet … eine echte Prinzipienreiterin im sonstigen Leben.
Überall liegen Zettel herum. Ich entnehme sie dem Boden, finde ihren Duft nebensächlich, unterlasse bedächtig jedes Zusammenknüllen und bin schon weg – all over the place -, und sie liegen wieder da, alles sieht es so ungepflegt und dreckig aus. Ablenkung von allem, was da im leiblichen Hintergrund für den immer noch verschobenen Auftritt probt.
Ich seufze, damit überspiele ich mir selbst den vorhandenen Schmerzlaut. Ich bin noch höflich. Selbstgemein behandle ich mich am sichersten, so kenne ich mich besser, gut, begreifbar. Es gilt hier kein Verstehen – selbst dies lässt sich aus dem Afterloch erfinden.
Na bitte, sie hören mir nicht mehr zu.
