Wie Konrad unempfangen die Welt befleckte
1Ganz und gar, ich meine, ganz, ganz am Anfang war Fürchtegott. 2Und dann war da auch bald einmal Konrad. 3Am ersten Tag schuf Konrad die Hure Babylon, komplimentierte sie am zweiten Tage in eine Orgie hinein 4und war dann all die restlichen Tage zufällig anwesend. Konrad sah, daß es famos war. 5Gott leider, der auch da gewesen war, starb an einer mysteriösen Immunschwäche. 6Konrad kondolierte mit unflätigen Worten und schwor an Gottes Sarg, mit äußerster Brutalität Trost zu spenden. 7Er stellte sein erstes Gebot auf, das da lautet: Dem Fluchenden ist bedingungslos Recht zu geben, 8doch schreit er nach Liebe, afiletiere man ihm das Herz. 9Konrad wurde jeden Abend unter dem Beifall der Massen gehenkt. 10Eine etwas zu frenetisch applaudierende Dame schenkte Konrad einen Sohn. 11Der tote Konrad fuhr aus der Haut in den Himmel auf und fiel, da er nicht genug Schwung geholt hatte, wieder zu Boden, 12wobei er die nekrophile Tochter des Abdeckers mit zu Boden riß und schwängerte.
a: Kap 5,17
Was aus der Qual geboren wurde
13Und Fürchtegott mühte sich ab, zu gebären ein Kind. 13Nach all den schwärenden Ergüssen seiner Bestimmtheit, der er Konrad verhaftet blieb mit inständigstem Gelöbnis, das Fleisch ins Land zu bringen, das zu verderben war, 14holte er zum Wunder aus. - Und sehet, es wurde nicht schlecht! 15Besser als einst Nero zierte seinen Leib eine grundelnde aFrucht, die er nach Ablauf ihrer neunmonatigen Reife Marlene taufen ließen. 16Und erlegte dem Kinde seines Zeugnisses, seiner verwunderten Qualen die Hände auf 17und sprach: Siehe, daß deiner Legion wird und erkenne jede sich die bietende Rute, daß du ihrer habhaft werdest und gedeihest mit und ohne sie. 18Ich verfluche dich und strebe dem bohnmächtigen Gott zu. 19So war es, und er bot Gott das Duwort an, ceben als der Papst ergeben schiß.
a: Kap 4,18 - b: Kap 2,43 - c: Kap 2,33
Was mit Fürchtegott fürderhin geschah
20Und Fürchtegott begehrte die Welt. Er wanderte durch die unendlichen Weiten des Alls, 21denn Fürchtegott trug das kosmische Ejakulat in seinen Augenhoden. 22Sein Defekt betraf die Fülle, doch als sich ihm auftat das Urweibliche, der Muttermund des Kosmos, weinte Fürchtegott in Angst, 23und er versuchte mit dem Taschenmesser sich selbst die Vagina, die begehrte, ins Fleisch zu schneiden. 24Also blutete Fürchtegott weißes Blut, und er dachte: Dies ist die Wahrheit des Begehrens. 25Die Gebärmutter des Alls, die Urknallin, aber trauerte um ihren Sohn und Mann und trug fürderhin die Kette der Sklaverei. 26Fürchtegott indes beklagte die Dualität, die er erschaffen hatte, und hieß sie eine Teufelsplage. 27Ja, er brachte das Sternenfeuer, um aus sich zu glühen und zu brennen das aAndere und Fremde. 28Denn Fürchtegott ist heute und morgen und immer das bPrinzip der Dummheit und Selbstsucht.
